Regionalübung in Oberägeri

Unfall mit Schulbus / Amputationsverletzung im Werkhof / Augenverletzung bei der Gartenarbeit. Realistisch dargestellt an der Regionalübung in Oberägeri

Arbeit war das Thema in diesem Jahr. Der organisierende Samariterverein Oberägeri traf sich mit den Vereinen von Cham, Neuheim, Risch- Rotkreuz und Unterägeri zur gemeinsamen Übung. Die Übungsleitung der sehr gut organisierten und spannenden Übung hatte Instruktorin Susi Müller.

Bei der Begrüssung nannte sie die Zielsetzung dieses Abend: Jeder Teilnehmende leistet in Stresssituationen korrekte erste Hilfe, verhindert weitere Schäden für Patienten und Helfer, frischt seine Kenntnisse zum Thema Auge auf, lernt die Rechte und Pflichten in der Samariterarbeit kennen. Sie wurde von den Kurs- und Technischen Leiterinnen unterstützt, die als Postenchefs eingesetzt waren.

In Gruppen aufgeteilt wurden die Samariter  auf einen Parcours geschickt. An vier Posten konnten sie ihr Wissen und Können testen und erweitern.

Ein Mitarbeiter des Werkhofs hat sich beim Arbeiten mit der Säge selber den Daumen amputiert. Als die Samariter eintrafen lief die Säge noch. Der Arbeiter war so erschrocken, dass er zuerst gar nicht wusste was passiert war.Betroffene haben unmittelbar nach der Verletzung keine Schmerzen, stehen möglicherweise aber unter Schock. Sofort wurde der Verletzte flach gelagert, einen Druckverband angelegt und der Rettungsdienst alarmiert Das Amputat wurde in eine sterile Wundauflage eingewickelt, in einen Plastikbeutel verpackt  und verknotet damit kein Wasser eindringt und dieser dann in Eiswasser gelegt. Ebenfalls wurde der Patient bis zum Eintreffen der professionellen Retter betreut.

Kind fährt ungebremst mit dem Kickboard vor den fahrenden Schulbus  

Der Unfall war bei der Einfahrt ins Schulhausgelände passiert. Das Kind blieb regungslos vor dem Bus liegen. Acht Schüler befanden sich im Bus, die unterschiedlich reagierten. Zum Teil gehen sie mit dem Verunfallten im gleichen Schulhaus zur Schule. Eines hatte einen Asthmaanfall, ein anderes war völlig hysterisch und schrie. Reanimation des Kindes, schockierten Chauffeur betreuen, alle Kinder beruhigen und betreuen. Sofort reanimierten einige Helfer das verletzte Kind. Eine Person holte im nahen Schulhaus den Defibrillator und setzte diesen als zusätzliche Hilfe ein. Die Postenbetreuer hatten viel zu beobachten. Zum Beispiel, wie organisieren sich die Helfer, übernahm eine Person die Führung, wurde das Care-Team aufgeboten? Es war schwierig, hier den Überblick zu behalten.

Augenverletzung bei der Gartenarbeit war eine weitere Unfallsituation. In der Nähe des Spielplatzes hatte sich eine Person beim Schneiden von Sträuchern am Auge verletzt. Das Auge konnte nicht geöffnet werden, so dass der Fremdkörper nicht entfernt werden konnte. Um beide Augen zu schützen wurden diese mit einem Tuch verbunden. Gut ausgebildete Samariter wissen, dass Augenverletzungen immer in ärztliche Behandlung gehören.

Zum praktischen Teil kam auch noch ein Fragebogen zum Auge zum Einsatz.

Rechtliches und kniffliges bei der Samariterarbeit war das Thema des Referates, das Instruktorin Marianne Schnüriger, den Teilnehmern im  Theorielokal des Feuerwehrdepots vermittelte. Rechtliche Situation beim Postendienst, Haftpflicht, Verletzungen von Samaritern und so weiter.

Der Parcours mit den einzelnen Unfallsituationen war sehr anforderungsreich und hatte den Teilnehmern viel an Wissen und Können abverlangt. Dazu kam aber auch das sehr kalte und regnerische Wetter. Aber auch die vielen Figuranten, dargestellt von den Helpis, verschiedenen Mitgliedern des Samaritervereins und externen Personen, sowie die Postenchefs und die vielen Helfer haben viel zum Gelingen dieser Regionalübung beigetragen.

Ein spezieller Dank geht an die Feuerwehr und die Werkhofmitarbeiter,  die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben und zusammen mit Werkhofleiter Roland Henggeler und Feuerwehrkommandant Alois Rogenmoser gleich selbst mitgemacht haben. Schade, dass sich die eingeladenen Gäste, mit Ausnahme des Feuerwehrkommandanten Alois Rogenmoser,  rar gemacht haben und sich nicht selbst überzeugen konnten wie wichtig gut ausgebildete Samariter sind, die in der Lage sind kompetent Hilfe zu leisten. Micha Portmann und René Böttcher verwöhnten anschliessend die Samariter mit einem feinen Spaghettiessen.

Unter www.samariter-zug.ch finden Sie viele Informationen. Die Samaritervereine freuen sich über viele Neumitglieder.

Marianne Sidler, Medienbeauftragte Samariterverband Zug

collage Regioübung 2015